Horsemanship-Kurs mit Daniela Becker im Pferdepark Faistenberg

Viele Wege führen nach Rom heißt es in einem Sprichwort. Viele Wege führen auch zum Pferd. Einen dieser Wege durfte ich und zehn weitere Kursteilnehmer samt Pferd am 13.10.12 beim Horsemanship-Kurs “Freiarbeit und gymnastizierende Bodenarbeit für alle Level“ mit Daniela Becker im Pensionspferdestall “Pferdepark Faistenberg“ kennen lernen.

Daniela Becker ist seit über 10 Jahren Trainerin für den natürlichen und fairen Umgang mit Pferden und konnte in dieser Zeit viele wertvolle Erfahrungen sammeln. Da man bekanntlich nie auslernt und sie natürlich offen für Neues ist, bildet sich auch Daniela regelmäßig bei verschiedenen Tainern weiter, vor allem aber bei Honza Blaha (seit 2008).

Einen kleinen Einblick in dessen Arbeit mit Pferden erhalten Sie zum Beispiel in diesem Video:

 

Daniela’s Ziel ist die Verschmelzung von Natural Horsemanship und dem gesunderhaltenden, gymnastizierenden Umgang mit dem Pferd. Diesen Weg beschreibt sie als „TheNaturalWay“.

In ihrem Training geht es um Spaß, Sicherheit, Gymnastizierung des Pferdes, Respekt, Vertrauen und letztlich auch darum, mehr über sich selbst zu lernen.Gerne gibt sie ihr Wissen weiter und unterstützt ihre Schülerinnen und Schüler darin, neue Wege mit ihren Pferden zu finden und die Beziehung zu ihnen zu vertiefen.

So auch bei diesem Kurs, einem Tageskurs bzw. Schnupperkurs für die Teilnehmer, um Daniela kennen zu lernen und zu sehen, ob dieser Weg auch der eigene Weg zu einer engeren Pferd-Mensch-Beziehung sein kann.

Das Ziel 

Ziel des Kurses ist es das Pferd von innen heraus zu motivieren MIT seinem Menschen GEMEINSAM arbeiten zu  wollen, das VERLANGEN hat BEI seinem Menschen sein zu WOLLEN.  Dies geschieht durch klare Regeln, Konsequenzen bei Regelmissachtung und positives Lob. Nicht jedoch durch vorheriges Wegschicken des Pferdes oder Futterlob.

Das entsprechende Ergebnis habe ich selbst als Zuschauerin bei einem Fortgeschrittenen-Kurs in Rohr bei Freystadt (Horse-area, Robert Köhl, www.horse-area.de) erleben dürfen. Dort gibt Daniela in der Regel 3x im Jahr einen Individualkurs.

Ich war erstaunt wie konzentriert jedes einzelne Pferd zum Teil ohne Seil (frei!) bei seinem Menschen war und mitgearbeitet hat (6 Mensch-Pferd-Paare in einer Halle, alle Pferde ohne Seil). Wie fein und minimalistisch zum Teil die Signale/Hilfengebung schon war/en.

Eine Teilnehmerin hat ihr Pferd sogar in der Freiarbeit kurzzeitig in die Versammlung bringen können …

Das war für mich eine überwältigende neue Erfahrung, ein anderer von vielen Wegen mit dem Pferd zu arbeiten, einfach wunderschön anzusehen. 🙂 Das wollte ich mir näher ansehen.

 Der Kurs

Grundsätzlich kann jede/r Interessent/in unabhängig von der Reitweise und der individuellen Vorerfahrung an Daniela’s Kursen teilnehmen, denn in der Regel handelt es sich um Individualkurse, bei denen jeder an seinem Punkt von Daniela abgeholt wird. JEDER kann also etwas für sich mitnehmen!

Es waren 11 Teilnehmer mit Pferd (Männlein und Weiblein, jung und alt, Anfänger und Erfahrenere) sowie und einige Zuschauer.

Nachdem sich alle im Stüberl eingefunden hatten, starteten wir mit einer Vorstellungsrunde verbunden mit den Zielvorstellungen der einzelnen Teilnehmer für den Tag.

Als jeder sein Mittagessen geordert hatte, ging es gleich mit einer Theorie-Einheit von Daniela los. Da dies der erste Kurs von ihr an diesem Stall war, fiel diese ausführlicher (1 Std.) aus.

Beginnend bei der früheren Rancharbeit und den damaligen Anforderungen der Menschen an die Pferde, über das Join-Up von Monty Roberts und  die 7 Spiele von Pat Parelli erklärte Sie die Unterschiede dieser verschiedenen Herangehensweisen.

Anschließend führte sie uns an die Art und Weise heran, wie sie mit den Pferden arbeiten möchte und arbeitet.

Wir erfuhren etwas über die verschiedenen Wertigkeiten des Lobs und wann welches zum Einsatz kommen sollte, abgerundet durch entsprechende Beispiele.

Kennen Sie Lob Nr. 1, Lob Nr. 2 und Lob Nr. 3 bei Ihrem Pferd?

Sie vermittelte uns z. B. was das Wort Synchronisation bedeutet und welche Rolle diese in der Arbeit mit dem Pferd spielt …

Daniela machte anhand eines Whiteboards sowie anschaulichen theoretischen und praktischen Beispielen die jeweiligen Inhalte gut verständlich. Nach der Theorie-Stunde legten wir gemeinsam fest in welche Richtung wir arbeiten wollten – wir entschieden uns für das Ziel der Freiarbeit am Boden, Liberty.

Danach teilte Daniela die Teilnehmer in drei Gruppen (2×4, 1×3 Pferd-Mensch-Paare) auf. Dann ging es auch schon für die  erste Gruppe mit dem praktischen Teil los.

Alle machten sich gespannt auf den Weg in die Reithalle. Dort vermittelte uns Daniela die einzelnen Schritte des Liberty, welche dann sogleich nach und nach von Gruppe 1 unter Daniela’s Anleitung praktisch erarbeitet wurden. Dabei erklärte sie alles sehr ruhig, veständlich und geduldig mit einer leidenschaftlichen Note in der Stimme.

Wer wollte, konnte sich die einzelne Übung von Daniela vormachen lassen. Die vermittelten Inhalte funktionierten in der Umsetzung nicht nur bei ihr sondern auch bei jedem Teilnehmer. Natürlich macht hier die Übung den Meister.

Daniela kam immer wieder zu jedem einzelnen Pferd-Mensch-Paar und erkundigte sich nach dem Fortschritt der Übung bzw. gab Hilfestellung, wenn manches noch nicht so klappte. Danach übte jeder für sich wieder weiter, bis sie jedem wieder den nächsten Besuch abstattete.

Nach etwa einer Stunde war die zweite Gruppe an der Reihe, nach etwa einer weiteren Stunde hatte die dritte Gruppe ihre erste praktische Phase.

Danach machten wir Mittagspause bei Pizza und Pasta im Stüberl um ab 14.30 Uhr wohlgenährt und wieder aufnahmefähig mit dem zweiten Praxis-Teil fortzufahren. Gruppe 1 machte sich zum zweiten mal bereit … genauso Gruppe 2 und Gruppe 3. Die Zeit verging wie im Fluge und eher wir uns versahen, war es auch schon 18.00 Uhr.

Das Fazit

Jedes der Pferde hatte relativ schnell begriffen worum es geht und spätestens in der zweiten Praxis-Runde waren alle auf gutem Wege.

Ein paar Teilnehmer kamen mit ihren Pferden schon ansatzweise an die letzten Schritte der anfangs erwähnten Liberty-Stufen heran und wieder muss ich sagen, war es einfach nur schön das Ganze mit anzusehen.

 

Wie das im fortgeschrittenen Stadium aussieht, habe ich dieses Jahr im Individualkurs in Freystadt sehen  können. Es ist meine persönliche Motivation auf diesem Weg zu bleiben.

Auch zum Thema Zubehör haben wir gelernt, dass Knotenhalfter nicht gleich Knotenhalfter, Stick nicht gleich Stick und Seil nicht gleich Seil ist.

Wichtig ist auch mit dem Zubehör entsprechend umgehen zu können z. B. gezielt mit dem Seil eine bestimmte Stelle in einer bestimmten Intensität zu treffen. Dabei spielt auch die Qualität des Zubehörs eine wichtige Rolle und Übung, Übung, Übung.  😉

Wir beendeten den Kurs mit einer abschließenden Feedback-Runde über die Erfahrungen und Eindrücke des Tages eines jeden Einzelnen.

Das Ergebnis war sehr positiv und daraus resultierte auch gleich der nächste geplante Kurstermin für das Frühjahr 2014 (Mai).

Ich freue mich schon darauf! 🙂

Eindrücke vom Kurs Nandlstadt Pferdepark Faistenberg 13.10.2013
Eindrücke vom Kurs Freystadt Horse Area 29./30.06.2013

Daniela gibt neben Kursen auch Gruppen- und Einzelunterricht und bietet folgende Schwerpunkte:

  • Liberty: Freiarbeit am Boden
  • Freestyle: Zügelloses Reiten
  • Natürliches und gesunderhaltendes Reiten
  • Bodenarbeit & Gymnastizierung
  • Jungpferdestart
  • Problemlösungen rund ums Pferd
  • Hängertraining
  • Beratung (auch telefonisch)

 

Wenn Sie nun Lust bekommen haben zum Wohle Ihres Pferdes an sich zu arbeiten und Ihre gemeinsame Beziehung zu verbessern, wenn Sie mehr über Daniela Becker und ihre Kurse erfahren möchten oder wenn Sie einen Horsemanship-Kurs in Ihrem Reitstall organisieren möchten, finden Sie weiterführende Informationen auf der Homepage von Daniela Becker unter www.thenaturalway.de.

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