Gastartikel Wanderreiten im schönen England

Quelle: Lisa Heinreich, 2013

England wird als das Reiterland schlechthin bezeichnet und es macht diesem Namen alle Ehre.

Wer schon einmal mit dem Auto durch England gefahren ist, der erinnert vermutlich die unzähligen Pferdekoppeln und die tolle Landschaft.

So ist es alles andere als ungewöhnlich, dass man auf den etwas abgelegenen Straßen vielen Einheimischen begegnet, die zu Pferd unterwegs sind.

Die meisten Engländer wissen um die vielen Reiter und fahren daher mit Vorsicht auf den kurvigen Landstraßen. Wie schön wäre es doch, wenn man auch in Deutschland etwas mehr Rücksicht auf die Reiter nehmen würde, doch das ist ein anderes Thema.

England ist besonders für Naturliebhaber und Wanderreiter ein ideales Urlaubsziel, denn außerhalb der größeren Städte ist die Insel sehr grün und hat ein ausgezeichnetes Reitwege-Netz.

Quelle: Lisa Heinreich, 2013

Was besonders für Südengland typisch ist, sind die grasbewachsenen, nicht eingezäunten Wege zwischen oder am Rande der riesigen Felder, die grundsätzlich von Reitern genutzt werden dürfen.

Die Region ist sehr hügelig, somit ist ein zügiger Galopp bergauf ein super Training für die Hinterhand und eine tolle Erfahrung für den Reiter.

Man sollte jedoch aufpassen, dass man auf dem Grasstreifen bleibt und nicht auf dem Feld reiten, denn das wird von den Landwirten nicht gerne gesehen.

 Wanderreiten

Das sogenannte „trail riding“ hat in England Tradition und wird von unzähligen Reitställen angeboten. Dabei ist es nicht wichtig, ob Sie Reitanfänger oder Fortgeschrittener sind, denn es gibt für jedes Reitniveau einen angemessenen Ausritt und das passende Pferd.

Die Ritte können zwischen vier Stunden oder vier Tagen variieren, somit sollten Sie Ihre Fähigkeiten vorher gut einschätzen. Wer sich diesbezüglich unsicher ist, kann natürlich einen Reitlehrer vor Ort zu Rate ziehen.

Besonders die Neulinge auf dem Gebiet Wanderreiten, werden erstaunt sein, wie erholsam die Stunden auf dem Pferderücken sind und wie sich plötzlich alle Sorgen aufzulösen scheinen.

Sobald man in seiner kleinen Reitgruppe auf menschenleeren Pfaden und über saftig grüne Wiesen reitet, fernab von allem Alltagstrubel, sind alles was man wahrnimmt sein Pferd und die wunderschöne Natur.

Die Pferde auf solchen geführten Ritten kennen sich in dem Gelände aus und sind besonders trittsicher und gelassen.

Falls Sie darüber nachdenken mit dem eigenen Pferd Urlaub zu machen und an einem solchen Wanderritt teilzunehmen, sollten Sie sich vorher fragen ob Ihr Vierbeiner genügen Kondition und Gelassenheit hat. Schließlich wollen Sie keine Verletzung riskieren.

 Gloucestershire – die Grafschaft des Reitsports

Eine empfehlenswerte Region für Wanderritte ist die im Südwesten gelegene Grafschaft Gloucestershire, da sie Teile der berühmten Cotswolds Hills einschließt.

Quelle: Lisa Heinreich, 2013

Die Region Cotswolds wird auch als das Herz Englands bezeichnet und wurde im Jahre 1966 als “Gebiet von außerordentlicher natürlicher Schönheit” ausgezeichnet. Besonders die Stadt Cheltenham ist international für den Reitsport bekannt, insbesondere fürs Springreiten und seine Pferderennen.

 Exmoor

Eine weiteres tolles Reiseziel für Wanderreiter ist der Exmoor Nationalpark ganz im Südwesten von England. Die Touren werden auf den beliebten Exmoor Ponys durchgeführt, die in der Region heimisch sind.

Der Exmoor Nationalpark wird im Norden vom Meer begrenzt besteht aus einer Wald- und Moorlandschaft und bietet ein atemberaubendes Ausreitgelände.

 Woran sollte man noch denken?

Was die Ausrüstung für den Wanderritt angeht werden Sie sich vielleicht wundern, denn in England werden häufig auch bei langen Ritten englische Sättel an Stelle von Westernsätteln verwendet.

Wer Probleme bei langen Ausritten hat, kann sich zum Beispiel ein Lammfell Sattelpolster anschaffen, denn das ist weich und hält bei niedrigen Temperaturen schön warm.

Zum Thema Wetter in England kann man nur folgendes sagen: Nehmen Sie sich für alle möglichen Wetterverhältnisse die richtige Kleidung mit.

Im Süden Englands ist es zwar meist wärmer als im Rest des Landes doch leider bleiben auch dort kleine Regenschauer nicht aus.

Man kann das Klima grob mit Deutschland vergleichen. Dank des Golfstromes ist es sogar meist noch milder, was bedeutet, dass ein sonniger Frühling und Sommer keine Seltenheit sind.

Der Vorteil am Wanderreiten ist, dass man Teile der Landschaft zu sehen bekommt, die Radfahrern und Wanderer nicht erreichen können, somit sind Ruhe und unberührte Natur garantiert.

Ich persönlich bin ein absoluter England-Fan und kann die Insel jedem wärmstens empfehlen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß und viel Glück mit dem Wetter. 😉

Diesen Artikel schrieb Lisa Heinreich, leidenschaftliche Reiterin und Reiseexpertin bei ESL, deren Sprachschulen in England auch Sprachkurse plus Reiten anbieten.

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